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Folgt auf den Regen-Juli eine Mückenplage?

3. August 2017 von
Mücken lieben es feucht und warm und finden daher gerade jetzt optimale Bedingungen für die Vermehrung vor. Symbolfoto: Pixabay
Salzgitter. Nach den regenreichen und wohlig warmen Wochen droht der Stadt eine Mückenplage, da sich die Blutsauger am besten vermehren, wenn es warm und feucht ist. Unsere Redaktion fragte daher beim Gesundheitsamt nach, was dies für die Bürger bedeutet.

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Zunächst einmal schiebt das Gesundheitsamt allen Ängsten einen Riegel vor: „In Salzgitter wurden bisher durch Mücken keine der im Infektionsschutzgesetz genannten schweren Infektionskrankheiten übertragen. Es liegen keinerlei entsprechende Meldungen aus der Ärzteschaft vor.“ Zu den Voraussetzungen für die Fortpflanzung heißt es: „Mücken vermehren sich in Brackwasser oder in stehendem Gewässer und natürlich in Überschwemmungsflächen auf Feldern, aber auch in vollgelaufenen Blumenuntersetzern, vollen Gießkannen, Zierteichen, Regenwassertonnen, defekten Regenrinnen und Abläufen, tiefen Fahrspuren auf Äckern und Feldwegen, Abwasser- und Klärteichen.“ Somit dürften Mücken derzeit optimale Bedingungen vorfinden.

Eine kleine Gedankenspielerei lässt sich das Gesundheitsamt jedoch nicht nehmen: „Rein theoretisch könnten Mücken auch in Deutschland das Zika-Virus, Malaria, Gelbfieber und Dengue-Fieber verbreiten. Allerdings müssen dazu sechs Bedingungen erfüllt werden: 1. Es müssen sehr, sehr viele Menschen sich diese Infektion während eines Auslandsaufenthaltes durch Mückenstiche einfangen. 2. Diese nunmehr auch krank gewordenen Menschen müssen sich in Deutschland einer ärztlichen Hilfe und Behandlung verweigern und weiter ständig lange im Freien herumlaufen. Wer mit einer Tropenkrankheit oder krank von einer Auslandsreise zurückkehrt, wird in der Regel ärztlich und im Krankenhaus behandelt. 3. Als nächstes müssen diese Infizierten und kranken Menschen hier vor Ort erneut von Mücken gestochen werden und zudem auch noch von jeweils speziellen Mücken für jede einzelne dieser Krankheiten. Nicht jede der über 100 in Deutschland lebenden Mückenarten kann nämlich jeden Krankheitserreger übertragen. Anopheles-Mücke überträgt Malaria, unterschiedliche Mücken der Aedesart übertragen Gelb- und Denguefieber sowie Zika. 4. Diese Stechmücken werden wiederum nicht durch ihre natürlichen Fressfeinde getötet. Das sind zum Beispiel Vögel, Fledermäuse, Libellen, Spinnen und Fische. 5. Diese einzelne Mücke, die den Erreger damit aufgenommen hat, muss dann während ihrer Lebenszeit (von in der Regel nur einigen Wochen) wieder einen anderen Menschen stechen. 6. Dieser gestochene Mensch muss auch tatsächlich erkranken; nicht jeder Mückenstich führt zu einer Erkrankung. Die übertragenen Krankheitserreger können bei geringer Zahl nämlich auch von unserem Körper unschädlich gemacht werden und es kommt so gar nicht erst zu einer Erkrankung.“

Clever: Die Fressfeinde der Mücke unterstützen

Es bleibe festzuhalten: Das Risiko in Salzgitter eine Mückenstich-Infektion an Zika, Malaria oder Dengue-Fieber zu bekommen, hält das Gesundheitsamt der Stadt Salzgitter aktuell für nicht messbar klein und für deutlich geringer als vom Blitz getroffen zu werden. Zudem gibt es noch ein paar Vorsorgetipps: „Fliegengitter an allen Fenstern sind sinnvoll. Nur im Dunklen zu lüften ist unwirksam gegen viele Stechmücken. Die nämlich finden auch bei völliger Dunkelheit den Menschen anhand seines Körpergeruchs.“ Sinnvoller sei es, die natürlichen Fressfeinde der Stechmücken zu unterstützen. Zum Beispiel sollte man im eigenen Garten kein Gift verwenden, sondern lieber Vögel füttern und Nistkästen für Vögel und Fledermäuse aufstellen.“

Außerdem gebe es noch eine chemische Möglichkeit: „Einen wirksamen Schutz, der aber im Freien alle vier bis acht Stunden wiederholt werden muss, bieten Insektenabwehrmittel zum Auftragen auf die Haut. Hier gibt es bei der Stiftung Warentest aussagekräftige aktuelle Testergebnisse zur Auswahl der Antimückenmittel zum Einreiben.“

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