30 Jahre BfS – Strahlenschutz geht alle an

31. Januar 2019
Das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter Lebenstedt. Foto: Alexander Panknin
Salzgitter. 30 Jahre nach seiner Gründung steht das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) vor neuen Herausforderungen. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres ist das neue Strahlenschutzrecht in Kraft getreten, das dem BfS zahlreiche neue Aufgaben zuschreibt. Darüber informiert das BfS in einer Pressemitteilung.

Der neue Gesetzesrahmen unterstreicht die Bedeutung des Strahlenschutzes in Deutschland und des BfS als zentrale Institution. Die Neuregelungen umfassen einen weiten Bereich vom beruflichen und medizinischen Strahlenschutz bis hin zum Schutz vor Radon. Auch beim Schutz der Bevölkerung in einem radiologischen Notfall komme dem BfS inzwischen eine deutlich wichtigere Rolle zu als bei seiner Gründung 1989.

„Strahlung ist überall, deshalb geht Strahlenschutz alle an“, sagte die Präsidentin des BfS, Inge Paulini: „Viele große Zukunftsthemen berühren auch den Strahlenschutz. Die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche und die Umsetzung der Energiewende bieten viele Vorteile, führen aber auch dazu, dass wir von immer mehr Quellen elektrischer und magnetischer Felder umgeben sind. In der Medizin beobachten wir weiterhin einen Anstieg der mittleren Strahlendosis pro Person durch Röntgen- und CT-Untersuchungen. Und auch der Klimawandel stellt uns vor neue Herausforderungen: Mehr sonnige Tage führen zu mehr Tagen, an denen Schutz vor schädlicher UV-Strahlung erforderlich ist. Das BfS treibt die Forschung für den Schutz vor Strahlung daher gerade in diesen gesellschaftlich relevanten Bereichen voran.“

Gesundheit im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stehe dabei das Thema Gesundheit des Menschen. Neben der Digitalisierung und dem Mobilfunk, dem Strahlenschutz beim Stromnetzausbau und dem UV-Schutz sei der Schutz des Menschen vor Strahlenanwendung in der Medizin und dem radioaktiven Edelgas Radon ein zentraler Punkt. Dies ergebe sich auch aus dem neuen Strahlenschutzrecht, das dem Bundesamt eine ganze Reihe von Themen vorgibt.

Seit Jahresanfang gelte erstmals umfassend ein Referenzwert für Radon in allen Aufenthaltsräumen, das heiße auch in Wohnungen und an Arbeitsplätzen, um das gesundheitliche Risiko zu verringern. Bis Ende 2020 müssten deutschlandweit Gebiete ausgewiesen werden, in denen eine hohe Radon-Konzentration in vielen Gebäuden zu erwarten sei. In diesen Gebieten werden demnach besondere Bauvorschriften gelten und Radonmessungen an Arbeitsplätzen seien verpflichtend durchzuführen. Das BfS unterstütze die Länder bei dieser Aufgabe, indem es mit modernen Rechenverfahren Prognosen über die Radon-Verteilung in Deutschland erstelle. Darüber hinaus sei das BfS für die Sicherstellung der Qualität von Radon-Messungen zuständig.

Mehr Aufgaben im medizinischen Bereich

Auch im medizinischen Bereich habe der Gesetzgeber dem BfS zusätzliche Aufgaben übertragen, um die Sicherheit bei Strahlenanwendungen in Diagnostik und Therapie zu erhöhen. Als zentrale Stelle erfasse das BfS künftig beispielsweise alle bedeutsamen Vorkommnisse, bei denen Menschen unbeabsichtigt oder unfallbedingt einer nennenswerten ungerechtfertigten Strahlenbelastung ausgesetzt werden, etwa wenn aufgrund eines technischen oder menschlichen Fehlers eine CT-Untersuchung wiederholt werden muss und dadurch ein Schwellenwert überschritten wird. Das BfS erfasse und verbreite künftig die aus solchen Vorkommnissen gewonnenen Informationen bundesweit, um ähnliche Ereignisse zu vermeiden und den Strahlenschutz in der Medizin zu verbessern.

Im nuklearen Notfall

Eine zentrale Rolle nehme das BfS beim Schutz des Menschen in einem nuklearen Notfall ein. Kommt es beispielsweise durch einen Unfall in einem Kernkraftwerk zu einer Freisetzung großer Mengen radioaktiver Stoffe, nehme das radiologische Lagezentrum des Bundes seine Arbeit auf. Das BfS erstelle dabei umgehend das bundeseinheitliche radiologische Lagebild. Es sei die Grundlage für Informationen, Verhaltensempfehlungen und Schutzmaßnahmen durch Bundes- und Landesbehörden einschließlich der Katastrophenschutzbehörden vor Ort. BfS-Experten bewerten demnach Ausbreitungsmodelle und Messwerte und ermitteln, welche Auswirkungen der Unfall auf Mensch und Umwelt haben kann.

Der bisher größte Notfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie war auch der Gründungsanlass des BfS: Die Behörde wurde als Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 ins Leben gerufen. Am 1. November 1989 nahm das BfS die Arbeit auf mit dem Ziel, den Sachverstand zum Strahlenschutz auf Bundesebene zu bündeln.

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