Althusmann: Salzgitter ist ein wichtiger Stahlstandort

17. August 2019 von
Dem Landesvorsitzenden der CDU in Niedersachsen wurde das SALCOS Projekt der Salzgitter AG vorgestellt. Foto: Rudolf Karliczek
Salzgitter. Am gestrigen Freitag war Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und stellvertretender Ministerpräsident, im Zuge seiner Sommertour zu Besuch in der Salzgitter AG, um sich über das Projekt "SALCOS" des Unternehmens zu informieren.

Mit dem Projekt SALCOS sei es möglich anhand dieser neuen Energiegewinnung für die Stahlproduktion zirka 95 Prozent der Kohlenstoffbelastung aus der Stahlerzeugung in Salzgitter langfristig einzusparen. Deswegen sei es wichtig, diese neue klimaschonende Technik in den Fokus der Politik zu rücken. „Salzgitter ist ein wichtiger Standort für die Industrie in Niedersachsen. Gerade vor dem Hintergrund der Klimaschutzdebatten haben wir hier ein Vorzeigeprojekt zur CO2 Vermeidung“, so Althusmann. „Mit diesem Projekt ist die Stahlproduktion weitestgehend ohne CO2 möglich. Das ist vorbildlich und wir müssen weiter auf solche technologischen Lösungen setzen, damit uns ein Strukturwandel gelingt und Niedersachsen auch in den nächsten Jahrzehnten ein wichtiger Stahlstandort bleiben wird.“ Dazu brauche man jedoch auch den Bund und vor allem Europa, denn ein solches Unterfangen sei mit Kosten verbunden, die ein Unternehmen alleine so nicht stemmen könnte. „Mit kaum einem anderen Projekt kann man so viel CO2 sparen“, zeigte sich Althusmann begeistert. Das Projekt benötige Strom. Der wiederum könne aus regenerativer Windenergie hergestellt werden. 

Schrittweise auf Wasserstoff umstellen

Auch Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorsitzender des Vorstandes der Salzgitter AG, zeigte sich optimistisch: „Die Stahlindustrie in Europa, in Deutschland und an dem Standort Salzgitter hat eine realistische, wenngleich herausfordernde Perspektive vor sich.“ Mit dem Projekt SALCOS solle das Unternehmen in die Zukunft gebracht werden. Statt kohlenstoffbasiert solle sich die Stahlproduktion immer weiter in Richtung Wasserstoff entwickeln. Aber auch auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld hat Fuhrmann Althusmann noch einmal hingewiesen. Nicht nur die konjunkturelle Situation mache die Lage derzeit schwierig, sondern auch der Importdruck in den EU-Stahlmarkt. „Auch in 50 bis 100 Jahren wird Stahl noch der Konstruktionswerkstoff Nummer Eins sein. Die Frage ist nur, ob der Stahl, der in unserer Industrie verarbeitet wird, in Zukunft auch aus Deutschland kommen wird. Das ist nicht selbstverständlich. Aber dafür kämpfen wir. Deswegen ist uns die Unterstützung aus der Politik nicht nur willkommen, wir brauchen sie auch dringend“, so Fuhrmann. „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen – und für die Rahmenbedingungen hat die Politik zu sorgen – könnte hier schon im nächsten Jahrzehnt etwas Großes entstehen. Nicht im Labor, nicht auf dem Bildschirm, sondern dieses Werk könnte schrittweise, beginnend Mitte der 20er Jahre auf Wasserstoff umstellen.“

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