BC-Tigers: Der Boxclub bricht sein Schweigen

19. November 2017 von
Vereinsvorsitzender Yikilmaz stellte klar, dass es noch nie in dem Verein vorgekommen sei, dass ein Sportler, der den Verein verlassen wollte, mit Sanktionen belegt worden sei, und das werde auch so bleiben. Symbolbild: pixabay
Salzgitter. Nach der Berichterstattung, dass der Boxclub dem Mädchen, das vom ehemaligen Vereinsvorsitzenden und Cheftrainer mutmaßlich sexuell missbraucht wurde, die Aushändigung des Boxpasses verweigere, äußert sich der Verein auf unserer Facebookseite zu dem Vorwurf. Selbstverständlich könne das Mädchen den Verein verlassen.

Lange habe Ömer Yikilmaz, Vereinsvorsitzender des BC-Tigers Salzgitter e.V., überlegt, ob er auf die Presseberichte eingehe, aber so wolle er einiges nicht stehen lassen. „Vorab, natürlich darf das Mädchen unseren Verein verlassen und natürlich wird sie ihren Boxpass ausgehändigt bekommen“, stellt er klar.

Tatsache sei, dass der Verein direkt nach bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe reagiert habe. Der Beschuldigte habe seitdem nicht mehr als Trainer fungiert. „Gleichzeitig wurde dem Mitglied sofortiges Kündigungsrecht mit der Freigabe des Boxpasses angeboten, um bei einem anderen Verein für die Deutsche Meisterschaft zu kämpfen“, so Yikilmaz. Dieses sei jedoch abgelehnt worden.

Das Mädchen habe weiterhin am Training teilgenommen. Zusätzlich habe sie sich auch an einer Sondertrainingseinheit in der Ferien zusammen mit einer anderen Sportlerin zur Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft beteiligt. „Dort startete sie für unseren Verein in unseren Farben“, fasst Yikilmaz weiter zusammen. „Niemand ging daher von einem Vereinswechsel aus.“ Auch nach der Meisterschaft habe sie noch einige Zeit in dem Verein trainiert.

Kündigung erst am 1. November

Erst am 1. November sei die Kündigung eingereicht worden, wobei das Sonderkündigungsrecht beansprucht werden wollte. „In einem Sechsaugengespräch habe ich der Mutter mitgeteilt, dass die Kündigung überprüft werden muss im Sinne von ausstehenden Beiträgen von 2016“, berichtet der Vereinsvorsitzende weiter. Zusätzlich wies er darauf hin, dass nun, nachdem im September eine Sonderkündigung abgelehnt wurde, eine ordentliche Kündigung anstehe. Das hätte bedeutet, dass laut Vertrag ein weiteres Jahr Mitgliedschaft vorhanden sei, da die ordentliche Kündigungsfrist abgelaufen sei. Aber: „Ebenfalls wurde mitgeteilt, dass wir keinem unserer Sportler Steine in den Weg legen und sie ohne Sperre den Verein verlassen kann“, stellte Yikilmaz klar.

Allerdings habe er auch mitgeteilt, dass er erst mit dem Vorstand Rücksprache halten wolle, da es sich um einen Sonderfall handele, der vor seiner Wahl stattgefunden habe. Dabei habe er nicht über die Köpfe der anderen hinweg entscheiden können und wollen, begründete Yikilmaz sein Handeln. „Nach Rücksprache mit den Vorstandsmitgliedern sind wir zu der Einigung gekommen, dass der Verein eine moralische Verpflichtung gegenüber der Sportlerin hat und somit eine sofortige Kündigung akzeptiert wird.“

Er stellte auch weiterhin klar, dass es noch nie in dem Verein vorgekommen sei, dass ein Sportler, der den Verein verlassen wollte, mit Sanktionen belegt worden sei und das werde auch so bleiben. Schließlich könnten die Kinder auch nichts dafür, wenn die Eltern den Mitgliedsbeiträgen nicht nachgingen.

Mutter ging an Presse, ohne die Kündigungsbestätigung abzuwarten

„Ich als neuer Vereinsvorsitzender habe mich im Gespräch lediglich auf die Vereinssatzung berufen in dem ich die ausstehenden Beiträge aus 2016 angemahnt habe. Ohne die Kündigungsbestätigung unsererseits aus abzuwarten, trat die Mutter der Betroffenen nun an die Presse“, kritisiert Yikilmaz.

Zum Abschluss seines Kommentars findet der Vereinsvorsitzende deutliche Wort: „Wir möchten nochmals betonen: Wir als Verein sind nicht für die Tat eines Einzelnen verantwortlich. Wir haben für die Stadt Salzgitter, für die Jugend in Salzgitter, für den Sport in Salzgitter und in Niedersachsen sehr, sehr viel getan und das möchten wir auch weiterhin tun und blicken in die Zukunft. Unsere Sportler repräsentieren Salzgitter bei Deutschen Meisterschaften und bei Internationalen Veranstaltungen. Alle die jetzt nach Schließung des Vereins schreien und uns in Misskredit bringen, treten das Ehrenamt, das von uns geleistet wird, mit Füßen!“

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