Braunschweigische Landeskirche besetzt Spitzenämter neu

13. September 2019
Die Braunschweigische Landeskirche wählt neues Spitzenpersonal. Symbolbild: Archiv
Wolfenbüttel. Wie die evangelische Landeskirche in Braunschweig in einer Pressemitteilung berichtet, nimmt die braunschweigische Landessynode Neubesetzungen von Leitungsämtern in der Landeskirche vor. Sowohl für die Leitung der Rechts- als auch der Personalabteilung im Landeskirchenamt Wolfenbüttel müssten neue Personen gewählt werden. Die Wahl erfolge am 21. September, ab 9 Uhr im Rahmen einer Synodaltagung auf dem Kirchencampus in Wolfenbüttel.

Um die Leitung der Rechtsabteilung kandidieren demnach Professor Dr. Christoph Goos (44) aus Halberstadt und Dr. Jan Lemke (52) aus Magdeburg. Einzige Kandidatin für die Leitung der Personalabteilung sei die Pastorin Ulrike Brand-Seiß (56) aus Hamburg. Die Gewählten seien als Oberlandeskirchenräte Mitglied im Kollegium des Landeskirchenamtes. Es stellt neben der Landessynode, der Kirchenregierung und dem Landesbischof eines der vier Leitungsorgane der Landeskirche dar. Die Mitglieder würden zunächst für sechs Jahre gewählt.

Dr. Christoph Goos vertritt seit 2017 eine Professur für Öffentliches Recht (Sozial- und Dienstrecht) an der Hochschule Harz in Halberstadt. Außerdem ist er Lehrbeauftragter an der Universität Halle-Wittenberg. Seit 2002 wirke er in verschiedenen wissenschaftlichen Positionen am Institut für Öffentliches Recht der Universität Bonn. Zuletzt in Vertretung des Lehrstuhls von Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio. Davor war Goos als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg tätig. Sein Jura-Studium absolvierte er in Heidelberg. Der in einem badischen Pfarrhaus aufgewachsene Jurist ist ledig.

Dr. Jan Lemke ist seit 1995 Richter am Landgericht Magdeburg und zuständig für Zivil- und Strafsachen. Vor seinem Referendariat in Oldenburg studierte er Jura an den Universitäten Kiel und Trier. Lemke ist seit 2015 Mitglied der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Vollversammlung der Union Evangelischer Kirchen (UEK). Außerdem ist er Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und wirkte in deren Verfassungskommission mit. Der in Kiel und Wilhelmshaven aufgewachsene Jurist ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Ulrike Brand-Seiß (Hamburg) ist seit 2009 als Theologische Referentin im Gemeindedienst der Nordkirche tätig. Dort ist sie unter anderem zuständig für Fragen der Gemeindeentwicklung sowie für die Bereiche Leitung und Ehrenamt. Zuvor wirkte sie vier Jahre lang als Pastorin in der „Arbeitsstelle für Reformumsetzung und Organisationsentwicklung“. Von 1993 bis 2001 war sie für die Jugendarbeit im Kirchenkreis Eckernförde zuständig. Das Vikariat absolvierte Brand-Seiß in der Kirchengemeinde Waabs sowie in der deutschsprachigen Gemeinde in Madrid (Spanien). Theologie studierte sie in Kiel und Heidelberg. Ulrike Brand-Seiß ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern.

Gewählt sei, wer mehr als die Hälfte der Stimmen der gesetzlichen Zahl der Synodalen erreicht hat. Dies seien mindestens 27 Stimmen. Die Synode umfasse derzeit 53 Mitglieder. Werde diese Mehrheit im ersten Wahlgang nicht erreicht, werde die Wahl in gleicher Weise wiederholt. Im dritten und vierten Wahlgang gelte als gewählt, wer mehr als die Hälfte der Stimmen der anwesenden Mitglieder der Landessynode erhalten hat.

Die Wahlen seien nötig geworden, weil Oberlandeskirchenrat Hans-Peter Vollbach (Rechtsabteilung) am 1. September seine neue Aufgabe als Kirchenamtspräsident der sächsischen Landeskirche in Dresden übernommen habe und Oberlandeskirchenrätin Brigitte Müller (Personalabteilung) zum 1. Oktober in den Ruhestand trete.

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