Erste Werkstatt zur Entwicklung des Salzgittersees

11. März 2019
Die Bürgerbeteiligung für die Entwicklung des Salzgittersees geht Ende März weiter. Foto: André Kugellis/Stadt Salzgitter
Salzgitter. Wie soll sich der Salzgittersee entwickeln? Darüber diskutierten rund 40 Bürgerinnen und Bürger in einer ersten Werkstatt, zu der die Stadt Salzgitter eingeladen hatte. Vier Gruppen entwickelten Ideen, die am Ende allen Teilnehmern präsentiert wurden. Das berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung.

Das Büro Ackers wertet diese Ergebnisse aus und stellt sie anschließend der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der Beteiligungsprozess geht mit einer weiteren Online-Umfrage und einer zweiten Werkstatt weiter. Stadtbaurat Michael Tacke bedankte sich für diese Mitarbeit und machte deutlich, dass die Entwicklung des Salzgittersees ein besonderer Prozess sei: 2015 entwickelten die Allianz für die Region, die Wirtschafts- und Innovationsförderung (WIS) und die Stadt Salzgitter ein Konzept für den Salzgittersee. Der Rat der Stadt Salzgitter beschloss, die Ideensammlung als Grundlage für einen umfangreichen Beteiligungsprozess zu nutzen, der im vergangenen Jahr mit einer Auftaktveranstaltung begann.

In fünf Bereiche gegliedert

Das Konzept gliedert den Salzgittersee in die fünf Bereiche „Sand und Sonne“, „Wasser und Wind“, „Inselpark“, „Stadt und Fluss“ sowie „Spiel und Sport“. In der Werkstatt hatten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit in Arbeitsgruppen darüber zu sprechen, ob diese Gliederung sinnvoll ist, ob einzelne Projekte neu zugeordnet werden müssen und ob im Süden des Sees ein Stadtquartier entwickelt werden soll, mit dem auch der Fredenberg eingebunden werden könnte. Die vier Gruppen stellten vielfältige Vorschläge vor: Dabei zeichneten sich viele Übereinstimmungen mit den Vorschlägen aus der Ideensammlung 2015 ab. „Natur und Ruhe“ wurde als ebenso wichtig betrachtet wie „Aktivität und Sport“, „Gastronomie“ sowie „Baden, Strand, Grillen“. Die Ausnahme war eine mögliche Bebauung. Hier lagen die Meinungen der vier Gruppen auseinander: Von der Ablehnung einer Bebauung bis zu der Planung eines Wohngebietes in Richtung Fredenberg.

Stadtbaurat Michael Tacke betonte, dass noch nichts entschieden sei, alle Anregungen aufgenommen werden und in den Beteiligungsprozess einfließen, der mit einer zweiten Online-Umfrage Ende März/Anfang April weitergehe und an die sich eine zweite Werkstatt am 3. Juni anschließe. Voraussichtlich im September werden dann alle Ergebnisse vorgestellt, bevor der Rat der Stadt über die Entwicklung des Salzgittersees entscheiden muss. Die Verwaltung setze dann diesen politischen Beschluss um.

Die Bürgerinnen und Bürger hatten viele Ideen für die Entwicklung des Salzgittersees. Foto: Stadt Salzgitter

2.000 Bürger beteiligten sich an Online-Umfrage

Prof. Walter Ackers vom Büro Ackers Partner Städtebau und Projektbetreuer Christian Plumeyer hoben in ihren Rückblicken die positive Resonanz bei den bisherigen Beteiligungsaktionen wie dem Seespaziergang und der Online-Umfrage hervor. 2.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich an der Online-Umfrage beteiligt. Die Natur und Ruhe sowie die vielfältigen Aktivitäten seien als Pluspunkte mehrheitlich ebenso genannt worden wie die Nähe zur Stadtmitte. Besonders erhaltenswert seien Strand, Spielplätze, Wasserski und die Gastronomie, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Als negative Aspekte wurden Müll, Hunde und der Zustand mancher Wege genannt. Die anschließend vorgetragenen Kurzstatements zeigten ebenfalls das Spannungsfeld der unterschiedlichen Interessen auf: Petra Wassmann, Vorsitzende des Naturschutzbundes Salzgitter, betonte, dass das gute ökologische Potenzial des Salzgittersees bei der Entwicklung einbezogen werden soll. Deswegen sollten Aktivitäten entwickelt werden, die dieses Potenzial nicht zerstören. Die große Naturnähe müsse nachhaltig gewahrt sein.

Studenten haben negatives Bild

Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack, Dekan der Karl-Scharfenberg-Fakultät in Calbecht, sagte, dass sich viele Studierende negativ über Salzgitter äußern. Dieses Image sei auch dafür verantwortlich, dass einige Professoren trotz einer besseren Bezahlung an eine andere Hochschule wechselten. Er wünsche sich, dass in der Diskussion über eine Attraktivitätssteigerung die Meinungen der rund 2.500 Studierenden sowie der 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfließen. Lukas Solf, stellvertretender Sprecher des Jugendparlaments, betonte, dass auch an die Jugendlichen gedacht werden solle. Eine Skateranlage am See oder Möglichkeiten zur Graffitigestaltung seien unter anderem wünschenswert. Wünschenswert ist für Stadtbaurat Michael Tacke, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger einbringen, um diesen Beteiligungsprozess weiterhin aktiv gestalten.

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