Fredenberg-Drama: Obduktion liefert neue Erkenntnisse

12. April 2019 von
Die Staatsanwaltschaft veröffentlicht neue Details zu den schlimmen Zwischenfällen vom gestrigen Donnerstag. Foto: Aktuell24(DC)
Salzgitter. Nach den schlimmen Ereignissen am gestrigen Donnerstag in Salzgitter-Fredenberg kommen nun neue Erkenntnisse zu den Hintergründen der Tat ans Tageslicht. Wie aus dem heute veröffentlichten Obduktionsergebnis der Staatsanwaltschaft Braunschweig zu entnehmen ist, soll die Leiche, die erst gegen Abend in der Wohnung eines zuvor erschossenen Mannes gefunden wurde, bereits mehrere Tage dort gelegen haben.

Der 28-Jährige hatte sich am gestrigen Donnerstag in einer Wohnung von Bekannten auf dem Hans-Blöckler-Ring verschanzt, woraufhin auch Spezialeinheiten der Polizei hinzugerufen worden. Das SEK und eine alarmierte Fahndungsgruppe der Polizeidirektion hätten nach Eintreffen über einen längeren Zeitraum versucht, verbalen Kontakt zu dem später Angeschossenen aufzunehmen und ihn zur Kooperation zu überreden. Die Gespräche seien jedoch gescheitert und schließlich darin gegipfelt, dass die Beamten durch den später Angeschossenen in einem abgedunkelten Raum mit einem waffenähnlichen Gegenstand bedroht worden seien. Trotz eines massiven verbalen Einwirkens und der Abgabe von Warnschüssen habe der später Angeschossene die Beamten weiterhin bedroht, weshalb letztlich ein Schuss durch einen Beamten abgegeben worden sei.

Mann starb an einem „spinalen Schock“

In diesem Mehrfamilienhaus kam es zum SEK-Einsatz.

„Die in Salzgitter am 11.04.2019 bei einem SEK-Einsatz angeschossene und später verstorbene männliche Person wurde am heutigen Tag auf Antrag der Staatsanwaltschaft obduziert und rechtsmedizinisch untersucht. Nach dem Obduktionsergebnis ist der 28-jährige Angeschossene an einem spinalen Schock infolge einer Rückenmarksdurchtrennung verstorben“, berichtet die Staatsanwaltschaft in ihrer Pressemitteilung. Im Körper des Angeschossenen sei demnach ein Projektil einer 9mm-Kurzwaffe aufgefunden worden. „Es ist davon auszugehen, dass das Projektil zur Durchtrennung des Rückenmarks geführt hat“, heißt es in der Pressemitteilung. Die unmittelbar nach der Schussabgabe von einem dem SEK-Einsatzteam zugehörigen Rettungssanitäter eingeleiteten Erste-Hilfe-Maßnahmen konnten den Tod des Angeschossenen nicht mehr verhindern.

Woher kam die Schussverletzung?

Während nun also Klarheit darüber herrscht, wie der 28-Jährige letztlich verstarb, bleibt weiterhin fraglich, warum ein Bekannter nur wenige Minuten vor dem Tod des jungen Mannes einen Notruf absetzte. Den Beamten hätte diese nämlich gemeldet, dass sich der 28-Jährige mit einer Schussverletzung in ihrer Wohnung befinde. Woher diese Schussverletzung kam, ist bislang fraglich.

Leiche befand sich mehrere Tage lang in der Wohnung

Im Verlauf der Polizeiermittlungen kam es dann gegen Abend des gestrigen Donnerstags zu einer weiteren schlimmen Erkenntnis. In der Wohnung des Erschossenen, in der Einsteinstraße, fanden die Beamten eine weitere Leiche. „Der Angeschossene steht im Verdacht, Tage zuvor in seiner eigenen Wohnung eine männliche Person getötet zu haben“, berichtet die Staatsanwaltschaft. Woran der Mann verstarb, ist bislang ungewiss. Auch hier soll eine Obduktion Klarheit zur Todesursache bringen. Bei der Polizeiinspektion Salzgitter wurde eine Mordkommission eingerichtet. Zu der Frage, in welchem persönlichen Verhältnis beide Personen zueinander standen und woher die Verletzungen des Angeschossenen stammen, die zum Ursprungseinsatz der örtlichen Polizei geführt haben, sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

Die Leiche wurde in der Wohnung des 28-Jährigen in der Einsteinstraße entdeckt.

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