„Hier kann man wunderbar leben“: Nicht alle Watenstedter wollen weg

22. März 2018 von
Die Anlegung des Bürgerparks war eine der letzten Maßnahmen zur Steigerung der Wohnqualität im Ortsteil. Fotos und Podcast: Alexander Dontscheff
Watenstedt. Kürzlich hat der Rat der Stadt Salzgitter das Ankaufprogramm von Wohngrundstücken im Ortsteil Watenstedt beschlossen. Langfristiges Ziel ist die Schaffung eines reinen Gewerbegebietes. Doch nicht alle Watenstedter wollen weg, und es gibt kritische Stimmen, die auch für diesen erneuten Versuch kaum Chancen sehen.

Eine von ihnen gehört Georg Groh, Fraktionsvorsitzender der CDU im Ortsrat der Ortschaft Ost. Im Interview mit regionalHeute.de räumt er ein, dass es wohl einige Anwohner gebe, die von dem Angebot der Stadt Gebrauch machen würden, wenn sie einen vernünftigen Preis kriegen. Doch seiner Ansicht nach sei dafür zu wenig Geld da. Der Änderungsantrag der SPD, die Gesamtsumme von 13 auf 16,6 Millionen zu erhöhen, habe der Rat der Stadt abgelehnt. „Ich glaube nicht, dass es genug Geld gibt, damit die Leute verkaufen“, betont Groh.

Einige Besucher der Informationsveranstaltung in der Watenstedter Kirche hätten für das Programm gestimmt, nicht weil sie weg wollten, sondern weil sie wissen wollen, was ihr Grundstück wert ist und kein Problem damit haben, wenn der von der Stadt bezahlte Gutachter ins Haus kommt, erklärt der seit 1990 in Watenstedt lebende Groh. Die Gleichung „wer sich schätzen lässt, will auch weg“ gehe nicht auf. 

„Watenstedt wird kaputt geredet“

Dem Ortsteil wäre laut Georg Groh mehr geholfen, wenn man ihn zu einem Mischgebiet erklären würde, in dem auch wieder neuer Wohnraum entstehen könne (was seit 1998 nicht mehr möglich ist). Watenstedt sei wesentlich besser als sein Ruf und würde von manchem kaputt geredet. Die Infrastruktur sei besser als in vielen anderen Ortsteilen, Gerüchte über massenhaften Leerstand stimmten nicht und die Beeinträchtigung durch das Werk der Salzgitter AG falle kaum ins Gewicht. „Als vergangene Woche Schnee lag, war der genauso weiß wie anderswo“, so Groh. „Hier kann man wunderbar leben“.

Man müsse wieder in den Ortsteil investieren und sein Image verbessern. Dann würden auch die Werte der Grundstücke auf dem freien Markt steigen. Diejenigen, die etwa aus familiären Gründen weg wollten, könnten dann zu einem vernünftigen Preis verkaufen – ohne städtische Gelder. Doch bis es soweit kommt, müsse wohl auch dieser erneute Versuch eines Ankaufsprogramm scheitern. Das Letzteres passiert, da ist sich Georg Groh sicher.

Georg Groh zu den Chancen des Ankaufprogramms:

Was wäre die Alternative?

Watenstedts Imageproblem:

Georg Groh, Watenstedter und CDU-Fraktionsvorsitzender im Ortsrat Ortschaft Ost.

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