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Johanniter-Motorradstaffel: Wenn aus Leidenschaft Ehrenamt wird

8. Februar 2018
Momentan engagieren sich fünf Fahrer auf zwei Krädern bei der Salzgitteraner Johanniter-Motorradstaffel. Symbolbild: Alexander Panknin/Nick Wenkel
Salzgitter. Mit seinen 63 Jahren denkt Rüdiger Schierding noch gar nicht an die Rente, teilten die Johanniter mit. Der passionierte Motorradfahrer, der mit seinem Krad schon viele Länder in Europa bereist hat, engagiert sich seit drei Jahren in der Johanniter-Motorradstaffel in Salzgitter. Nun hat er die Leitung für diese rein ehrenamtliche Einheit übernommen.

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Durch eine Radiowerbung ist der ehemalige MAN-Fahrzeugbauer auf die Johanniter-Motorradstaffel aufmerksam geworden. Er hatte gleich Kontakt zu der Hilfsorganisation aufgenommen, glaubte jedoch nicht an eine positive Rückmeldung, schließlich war er zu dieser Zeit schon im Vorruhestand. „Ich wurde aber sofort super aufgenommen“, erzählt Schierding, „und engagiere mich seitdem in der Motorradsaison in der Stauhilfe und zu motorradlosen Zeiten auch in Sanitätsdiensten.“

Etwa zwei bis drei Mal in der Woche steigt er auf eine Johanniter-Maschine und ist bis zu fünf Stunden unter anderem auf der A2 von Hämelerwald bis Helmstedt und auf den A39, A391, A392 und A395 zwischen Harz und Heide im Einsatz. Da kommen schon 200 bis 300 Kilometer pro Dienst zusammen, die er mit einem Motorrad zurücklegt. Er leistet Erste Hilfe, unterstützt bei der Verkehrslenkung, etwa bei Absicherung von Unfallstellen oder Stau- beziehungsweise Unfallmeldung, und übernimmt Lotsendienste bei Unfällen oder führt Getränke oder Spielzeug für Kinder mit. Für Schierding ist ein Einsatz wie kein anderer, es werde ihm nie langweilig. „Natürlich gibt es nie für alles eine Lösung und man stößt auch an seine Grenzen, aber man lernt in jedem Einsatz ständig etwas Neues dazu“, ist sich Schierding sicher.

Motorradstaffel etwas Besonderes

Für ihn ist das Engagement bei der Motorradstaffel etwas Besonderes, schließlich lebt er seine langjährige Leidenschaft auf eine neue Weise aus. „Als normaler Motorradfahrer erlebt man nicht allzu oft diese Dankbarkeit für geleistete Hilfe, die Leute einem entgegen bringen. Sogar wenn sie aufgrund ihrer emotionalen Verfassung nach einer Notsituation nicht in der Lage sind, das zu sagen, spürt man und sieht man ihre Dankbarkeit trotzdem“, betont Schierding.

Auch das Gemeinschaftsgefühl bei den Johannitern macht sein Ehrenamt zu einem besonderen. „Man bekommt hier gleich Kontakt zu anderen Kollegen an verschiedensten Standorten. Und dieser Kontakt ist nie steif, man geht miteinander locker, aber respektvoll um“, betont Rüdiger Schierding. „Man trifft sich auch privat, aus diesen Kontakten entstehen Freundschaften.“

Momentan engagieren sich fünf Fahrer auf zwei Krädern bei der Salzgitteraner Johanniter-Motorradstaffel. Auf die Frage, was einen Helfer der Motorradstaffel ausmacht, gibt Schierding eine ganz klare Antwort. „Natürlich sind das die Lebenserfahrungen, die man hat und die einem dabei helfen, mit Menschen in schwierigen Situationen umgehen zu können. Aber auch der Wunsch, zu helfen und eine gewisse Ernsthaftigkeit, das Engagement in der Stauhilfe nicht nur als Hobby zu betrachten.“

Gestiegene Rücksichtslosigkeit der Autofahrer

All das sei sehr wichtig, denn die Helfer der Stauhilfemotorradstaffel haben einen gefährlichen Arbeitsplatz – die Autobahn. Sehr oft habe Schierding die gestiegene Rücksichtslosigkeit der Autofahrer erlebt, die an ihm ungebremst, manchmal sogar beschleunigt vorbeirasten, als er Unfallstellen abgesichert hatte. Sein Wunsch wäre, dass man auf den deutschen Straßen mehr Partnerschaft und weniger Aggressivität erfährt.

Nichtdestotrotz ist das Engagement in der Johanniter-Motorradstaffel für Rüdiger Schierding eine sehr schöne Erfahrung: „Ich bereue, dass ich das nicht früher gemacht habe!“

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