Mit Haftbefehl gesucht: Durch Zufall gefunden

10. Juli 2018 von
Es müssen nicht immer gesuchte Mörder sein. Symbolfoto: pixabay
Region. Die Polizei berichtet regelmäßig in ihren Meldungen von ganz unterschiedlichen Straftaten. Von Autounfall, über Raub, Mord und Schlägerei ist alles dabei. Nicht selten stellt sich heraus, dass einer der Beteiligten bereits per Haftbefehl gesucht wurde. Reiner Zufall oder gängige Praxis? regionalHeute.de hat nachgefragt.

Haftbefehle verhängt in der Regel das Gericht. Es handelt sich dabei um eine Anordnung, einen Menschen in Haft zu nehmen. Dies kann vielerlei Gründe haben und muss nicht unbedingt der Untersuchungshaftbefehl im Rahmen eines Strafprozesses (wie Mord) sein. Es gibt auch Beschlüsse, nach denen ein psychisch kranker Mensch in eine entsprechende Einrichtung zwangseingewiesen wird (Unterbringungsbefehl). Über flüchtige Personen, die sich einer Freiheitsstrafe entziehen, kann auch von der Staatsanwaltschaft oder einem Rechtspfleger ein sogenannter Vollstreckungshaftbefehl verhängt werden.

All diesen Haftbefehlen geht meist ein aufwändiger Prozess voraus, die Polizei (als ausübende Kraft) reagiert schnell und versucht die Personen sofort ausfindig zu machen – dies trifft auch auf internationale Haftbefehle zu. Anders sieht es allerdings bei einem Vollstreckungshaftbefehl auf Grund einer Geldstrafe aus – eine häufige Variante.

In der Regel hat der Betroffene hier eine Frist, in der der auferlegte Geldbetrag bezahlt werden soll. Wird dieser Forderung nicht nachgegangen, versucht die Polizei den Delinquenten an der Wohnanschrift ausfindig zu machen. Es käme allerdings vor, dass sich die Personen eines solchen Besuches entziehen, so erklärt die Polizei Braunschweig auf Anfrage von regionalHeute.de.

Datenbank kennt alle Haftbefehle

Verwickeln sich die Gesuchten dann in weitere Straftaten oder geraten in eine Kontrolle, kann es während der Personalienfeststellung auch passieren, dass die Polizei „durch Zufall“ auf einen ausgesprochenen Haftbefehl stößt. Denn die Personalien werden bei der Überprüfung mit einer Datenbank abgeglichen, in der alle Haftbefehle aufgeführt sind. Eine Geldstrafe kann dann entweder direkt bezahlt werden oder der Delinquent wandert, entsprechend der durch das Gericht festgelegten Tagessätze, ins Gefängnis.

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