NABU-Bericht: Spatz bleibt häufigste Art unter den Gartenvögeln

16. Mai 2019
Laut NABU zählt der Spatz zu den häufigsten Arten der Gartenvögel. Foto: pixabay
Region. Das Zwischenergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“, die am vergangenen Wochenende bundesweit stattgefunden hat, zeigt für Südostniedersachsen einen starken Rückgang von Mehlschwalben und Mauerseglern. Dies teilt der NABU mit.

Das Zwischenergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“, die am vergangenen Wochenende bundesweit stattgefunden hat, zeigt für Südostniedersachsen einen starken Rückgang von Mehlschwalben und Mauerseglern. Auf Platz eins bleibt dagegen auch in diesem Jahr mit großem Abstand der Haussperling. Bis Mittwochnachmittag haben in unserer Region über 950 Vogelfreunde aus mehr als 650 Gärten über 22.000 Vögel gemeldet – das bedeutet schon jetzt einen starken Teilnahmezuwachs für die Region. Bundesweit haben sich über 61.300 Vogelfreunde (Nds.: 7.550) beteiligt und aus fast 42.000 Gärten und Parks (Nds.: 5.200) über 1,35 Millionen Vögel (Nds.: 181.000) an den NABU und seinen bayerischen Partner, den Landesbund für Vogelschutz (LBV), gemeldet. Damit deutet sich auch für Niedersachsen und Deutschland ein Teilnahmerekord an. Noch bis zum 20. Mai können Vogelzählungen per Internet, per App oder per Post an den NABU übermittelt werden. „Der Haussperling verteidigt seine Spitzenposition und ist auch bei der 15. ‚Stunde der Gartenvögel‘ der mit Abstand am häufigsten gemeldete Vogel in Parks und Gärten“, so Marlies Gräwe von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Bestand um 11 Prozent zugenommen. „Der Spatz hat vom Rekordsommer 2018 eindeutig profitiert“, so Marlies Gräwe.

Rückgang bei Mauerseglern und Mehlschwalben

Schlecht sieht es dagegen für Mauersegler und Mehlschwalben aus. „Die Zahlen für diese beiden Arten sind katastrophal“, so Marlies Gräwe. Die Zahlen gehen im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent (Mauersegler) bzw. 47 Prozent (Mehlschwalbe) zurück. „Aufgrund der Wetterlage mit Kaltluft aus dem Norden verzögert sich offenbar die Ankunft eines Teils der Mauersegler und Mehlschwalben. Leider fügen sich die diesjährigen Ergebnisse aber nahtlos in eine Reihe abnehmender Zahlen aus den Vorjahren – egal ob warmes oder kaltes Maiwetter herrschte. Wir haben es daher wohl mit einem tatsächlichen deutlichen Rückgang zu tun. Das Fehlen der Fluginsektennahrung und das Verschwinden von Brutnischen an Gebäuden sind wahrscheinlich die Ursachen.“

Auch weniger Amseln unterwegs

Beim Sorgenkind Amsel zeigt sich bundesweit wie erwartet ein starker Rückgang. „In Hamburg und Bremen, wo die tödliche Krankheit Usutu 2018 erstmals auftrat, wurden über 40 Prozent weniger Amseln als im Vorjahr gemeldet“, so Gräwe. „In Südostniedersachsen beträgt der Rückgang dagegen nur sechs Prozent, die Vögel sind hier weitestgehend verschont geblieben. Dennoch ist die Viruserkrankung auch hier verantwortlich für einen überdurchschnittlichen Verlust.“ Eine kleine Sensation deutet sich beim Rotkehlchen an. Mit einem Plus von 16 Prozent (bundesweit plus 20 Prozent) erzielt der kleine Gartenvogel ein erstaunliches Ergebnis. Warum das Rotkehlchen so häufig zur „Stunde der Gartenvögel“ gesichtet wurde, ist jedoch vorerst unklar. Alle Ergebnisse aus inzwischen 15 Jahren „Stunde der Gartenvögel“ sind jetzt in einer Broschüre erschienen. Unter www.NABU.de/15-jahre-sdg kann sie jeder downloaden.

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