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Nicht deutschsprachige Schüler: Kommune und Land sind gefordert

14. Februar 2018 von
Nicht nur die Kommune muss handeln. Symbolbild: pixabay
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Salzgitter. Ein Konzept für die Verteilung von Flüchtlingskindern an allen Schulen war das Ziel der SPD-Fraktion im November 2017. Doch die übrigen Ratsmitglieder sahen weiteren Diskussionsbedarf. Nun liegt ein Antrag von der CDU, SPD und M.B.S sowie ein Änderungsantrag der Linken vor und ein weiterer Änderungsantrag von den Grünen wird folgen.

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Wie Marcel Bürger, zweiter Bürgermeister der Stadt, im Gespräch mit regionalHeute.de erläuterte, sei der Begriff „Ausländerkinder“, den die übrigen Fraktionen in ihrem Antrag nutzen nicht tragbar. Es gehe schließlich um Kinder mit geringen oder keinen Deutschkenntnissen und die Begrifflichkeit „Ausländerkinder“ würde suggerieren, dass alle Kinder von Ausländern kein Deutsch sprechen würden, so der Grünenpolitiker. Deshalb sei es wichtig, den richtigen Begriff zu nutzen.

Zusätzlich sollten nach den Vorstellungen der Grünen räumliche „Cluster“ geschaffen werden, um die Fahrten für die Kindern nicht unnötig zu verlängern.

Auch Änderungen auf Landesebene

Wie Bürger weiterhin erläuterte, hätten sie auf kommunaler Ebene nur eine geringe Einflussmöglichkeit, Bildung sei Landesaufgabe. Deshalb arbeiten die Grünen aktuell an einer Resolution, dass die Verwaltung darauf hinwirken solle, dass Schulen mit einem hohen Anteil von Schülern mit geringen oder keinen Sprachkenntnissen gefördert werden und eine Verbesserung der Gesamtsituation erreicht werden könnte.

Die Gespräche sollten insbesondere dazu führen, dass

  • eine Verkleinerung der Klassen erreicht werden kann. Dazu soll der Bedarf an zusätzlichen Schulraum ermittelt werden. Dabei sind auch provisorische Einrichtungen wie z.B. Container zu prüfen.
  • die von der Landesregierung zugesagten zusätzlichen Lehrerstellen, sich prozentual an den tatsächlichen Zugängen von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung in den einzelnen Kommunen orientieren.
  • geprüft wird, an welchen Schulen Teilzeitkräfte eingesetzt werden können, die in Vollzeit gehen würden, um so den Bedarf an zusätzliche Lehrkräften gerecht zu werden.
  • die Schulen mit einem hohen Anteil mit Kindern mit geringen oder keinen deutschen Sprachkenntnissen Sprachlernklassen oder andere geeignete Unterstützungsmaßnahmen benötigen.
  • mehr Schulsozialarbeiter und –psychologen eingesetzt werden.
  • für alle schulträgerrelevante Punkte eine finanzielle Unterstützung seitens des Landes angestrebt wird.

Das geht aus einem Entwurf des Antrages hervor, der regionalHeute.de vorliegt. Das Ziel dabei sei es, eine gemeinsame Lösung zu finden. Deshalb liefen Gespräche mit den übrigen Fraktionen, erzählte Bürger. Und die Linke und die M.B.S. hätten bereits Zustimmung signalisiert. Auch mit der CDU seien die Grünen im Gespräch, so Bürger.

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