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Petition: Bürger von Immendorf und Drütte sammeln Unterschriften

17. November 2017 von
Annette Berndt und Roswitha Kirchberg: Sie hatten es erst aus der Zeitung erfahren müssen. rechts: Wolfgang Rosenthal. Foto: Alexander Panknin
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Immendorf. Die Bürger von Immendorf und Drütte wehren sich gegen die Pläne aus der Verwaltung. Sie wollen sich nicht von der K30 abbinden lassen, außerdem soll die Buslinie 630 wie bisher weiterbestehen. Auf einem Info-Abend präsentierten die Organisatoren ihre Petition, alternative Vorschläge und sammelten Unterschriften.

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Am gestrigen Donnerstagabend konnte man im Vereinsheim des MTV Immendorf Zeuge von politischem Bürgerinteresse werden. Rund jeder zehnte Einwohner aus Immendorf und Drütte kam zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung. Gäbe es eine so hohe Bürgerbeteiligung in ganz Salzgitter, müsste die Verwaltung vermutlich anbauen. Doch dies plant sie momentan eher für die Kreisstraße 30 (Heinrich-Büssing-Straße). Diese soll auf vier Spuren ausgebaut werden. Dafür seien einige Anpassungen der bisherigen Verkehrsführung nötig. Veränderungen, die für die Immendorfer und Drütter allerdings von großer Bedeutung sind. Während man in Lebenstedt hauptsächlich den praktischen Nutzen im Sinn habe, nämlich die Entspannung K 30 als wichtige Verkehrsverbindung nach Wolfenbüttel und MAN, schütteln die betroffen Bürger hingegen nur die Köpfe. Eine Planvariante sieht vor, Immendorf ganz von der Kreisstraße abzuschneiden. Damit würde eine der wichtigsten Ortszufahrten nach Lebenstedt einfach wegfallen (regionalHeute.de berichtete).

Es gibt Alternativen

Das wollen sich die Bürger nicht gefallen lassen und sprachen deshalb auf ihrer Informationsveranstaltung über eigene Alternativen. Unterstützung erhielten sie dabei von den beiden Organisatoren des Abends Annette Berndt und Roswitha Kirchberg. Weiterhin kamen Mitglieder des Ortsrates der Ortschaften Ost und Wolfgang Rosenthal. Letzterer steuerte mit seiner Erfahrung als Ratsherr der Stadt (Grüne) ebenfalls Vorschläge bei (siehe unten) und diente den Bürgern als Ansprechpartner. Er hatte sich bereits im Bauausschuss für die Bürger eingesetzt: „(Es) herrschte große Ablehnung gegenüber der Planung der Verwaltung. Wir sollten diese Anregungen auf jeden Fall ernst nehmen und in die Planung miteinbeziehen. Einfach Augen zu und durch, um den Plan durchzubekommen, halte ich für falsch.“

Im Vereinsaheim des MTV Immendorf waren sich die Bürger schnell einig, als sie über alternative Pläne abstimmten.

Wegfall der Buslinie 630

Michael Tacke.

Die geplante Abkapselung von Lebenstedt würde sich weiterhin auf die Busanbindung auswirken. Die Buslinie 630 soll nach Plan entfallen. Dies hätten sie erst aus der Zeitung erfahren müssen, beklagten die beiden Organisatorinnen und hielten einen entsprechenden Ausdruck in der Hand.

Stadtrat Michael Tacke hatte zuletzt kommentiert: „Die Planungen laufen nun schon seit 2005 und in den Ausschüssen wurden zahlreiche Varianten abgewogen. Zudem haben wir bereits mit der KVG gesprochen, es gibt jedoch noch keine endgültige Lösung. Allerdings wird die Linie 603 weiterhin durch den Ort fahren, während die 630 entfällt. Dennoch bemüht sich die Verwaltung, die Qualität sicherzustellen. Der Zugverkehr nach Lebenstedt wird beispielsweise verbessert, so dass in unseren Augen die Abbindung verträglich ist.“

Bürger starten Petition

Mit alldem wollen sich die Immendorfer und Drüttener nicht zufrieden geben und starteten deshalb eine Petition. Bis zum Donnerstagabend konnten so schon hunderte Stimmen gesammelt werden. Sie fordern die Beibehaltung der Buslinie 630 mit den Haltestellen „Am Spielplatz“ und „Ort“ und eine Erhaltung der Anbindung an die K 30. In einem Brief an den Oberbürgermeister schilderten sie ihr Anliegen und baten um einen Termin bis zum 29. November 2017 – bisher gab es noch keine Antwort.

Als Begründung geben die Bürger an:

„Die Buslinie 630 ist die wichtigste Anbindung für Immendorf zwischen Lebenstedt und Wolfenbüttel – Richtung Wolfenbüttel auch der einzige Anschluss. Für die Anwohner und Schüler ist der Wegfall dieser Linie unzumutbar. Die Anwohner der umliegenden Ortschaften hätten keine Möglichkeit mehr, die Praxen (Ärzte und Physiotherapie) in Immendorf mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Wenn der Bus über Immendorf und Drütte fahren würde, was keine große Zeitverzögerung bedeuten würde, hätte Drütte eine bessere Anbindung, besonders und erstmalig nach Wolfenbüttel.“

Ein Bürger hatte große Sorge, er fühlte sich abgehängt durch die Entscheidungen im Rathaus: „800 Menschen darf man doch nicht einfach übergehen.“

Hier gibt es eine Kopie der Unterschriftenlisten zum Drucken und Unterschreiben: K30 und Bus 630 .

Unterstützung auch von der Politik

CDA Salzgitter Stefani Steckhan Foto: CDA

Stefani Steckhan. Foto: CDA

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Salzgitter hat bereits ihre Unterstützung angekündigt. Kreisverbandsvorsitzende Stefani Steckhan erklärt: „weil allein der Wegfall der Buslinie 630 zu Einschränkungen für die Bevölkerung führen würde.“

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