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Salzgitter AG: Höchster Vorsteuergewinn seit Finanzmarktkrise

28. Februar 2018
Symbolfoto: Salzgitter AG
Salzgitter. Vor dem Hintergrund eines im Flachstahlbereich deutlich verbesserten, aber insgesamt nach wie vor herausfordernden Marktumfelds schloss der Salzgitter-Konzern das Geschäftsjahr 2017 mit dem höchsten Vorsteuergewinn seit der Finanzmarktkrise ab. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Konzerns hervor.

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Haupttreiber hierfür waren hervorragende Resultate der Geschäftsbereiche Flachstahl und Handel sowie erhebliche Effekte aus den stringent umgesetzten internen Maßnahmenprogrammen. Mit 35,9 Prozent Eigenkapitalquote sowie einer auf 380,5 Millionen Euro angestiegenen Nettofinanzposition bleibt die bilanzielle und finanzielle Basis des Unternehmens äußerst solide. Der Außenumsatz des Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 hauptsächlich erlösbedingt auf 8.990,2 Millionen Euro (2016: 7.905,7 Millionen Euro). Mit 238,0 Millionen hat sich der Gewinn vor Steuern (2016: 53,2 Millionen) mehr als vervierfacht. In diesem Resultat sind 79,3 Millionen Beitrag aus dem Aurubis-Engagement (2016: 19,1 Millionen) und in Summe –82,9 Millionen Aufwendungen für strukturverbessernde Maßnahmen des konzernweiten Optimierungsprogramms „FitStructure SZAG“ sowie die bilanzielle Anpassung des Anlagevermögens der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH enthalten (Sondereffekte 2016: –2,3 Millionen).

Aus 193,6 Millionen Euro Nachsteuergewinn (2016: 56,8 Millionen Euro) errechnen sich 3,52 Euro Ergebnis je Aktie (2016: 1,00 Euro) sowie 8,6 Prozent Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE; 2016: 2,7 Prozent). Der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann erklärte hierzu: „Mit der vierten Ergebnissteigerung in unmittelbarer Folge verzeichneten wir den höchsten Vorsteuergewinn seit Ausbruch der Finanzmarktkrise. Ein wesentlicher Treiber hierfür war die verbesserte Situation des Stahlmarktes – vor allem des Flachstahlsegments. Das Ergebnis 2017 ist gleichfalls der eindeutige Beleg für die Wirksamkeit der seit 2012 umgesetzten strukturellen Veränderungen sowie der verdiente Lohn für die darin investierte Arbeit. Freude über das Erreichte ist jetzt durchaus angebracht; zum Zurücklehnen in Selbstzufriedenheit besteht indes kein Anlass, denn das Umfeld ist und bleibt für weite Teile unseres Konzerns herausfordernd. Wir müssen, wollen und werden also ‘dranbleiben! Parallel zu den Maßnahmen der internen Optimierung haben wir in 2017, unserer Strategie „Salzgitter AG 2021“ folgend, mit einer dritten Feuerverzinkungsanlage in Salzgitter, der neuen Wärmebehandlungslinie in Ilsenburg sowie dem Ausbau des Präzisrohrwerkes in Mexiko wegweisende Investitionsprojekte auf den Weg gebracht.“

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Der Außenumsatz des Geschäftsbereiches Flachstahl wuchs im Wesentlichen aufgrund höherer Durchschnittspreise für Flachstahlprodukte bei nahezu stabilem Versand um knapp ein Fünftel auf 2.159,8 Millionen Euro (2016: 1.814,6 Millionen). Mit 182,0 Millionen Euro Gewinn vor Steuern steigerte das Segment sein Resultat vor allem als Folge der verbesserten Erlösqualität erheblich (2016: –2,3 Millionen Euro). Zudem zeigten sich positive Effekte der eingeleiteten Maßnahmenprogramme. Gegenläufig wirkten höhere Rohstoffkosten, insbesondere für Kokskohle. In einem von anhaltend hohen Grobblechimporten sowie volatilen und tendenziell aufwärtsgerichteten Rohstoff- und Energiepreisen geprägten Marktumfeld übertraf der Außenumsatz des Geschäftsbereiches Grobblech / Profilstahl den Vorjahreswert sowohl preis- als auch mengengetrieben spürbar (1.024,3 Mio. Euro; 2016: 741,8 Mio. Euro).

Die –57,7 Mio. Euro Vorsteuerergebnis des Segments beinhalten neben der Auflösung auftragsbezogener Rückstellungen eine bilanzielle Anpassung des Anlagevermögens (Impairment) der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH in Höhe von –48,8 Mio. Euro und kamen somit unter Vorjahr (2016: –32,1 Mio. Euro) aus. Dabei reduzierten die Grobblechgesellschaften ihre operativen Verluste. Die Peiner Träger GmbH konnte marktbedingt nicht an die erfolgreichen Vorjahre anknüpfen und verbuchte wegen einer positiven Ergebnisentwicklung im vierten Quartal ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis. Der Geschäftsbereich Mannesmann verzeichnete eine erhebliche Steigerung der Absatzmenge, bewirkt vor allem von ausgeweiteten Lieferungen der Mannesmann Line Pipe GmbH (MLP). Der Außenumsatz überschritt die 1-Milliarde-Euro-Marke (1.093,5 Mio. Euro; 2016: 999,4 Mio. Euro). Das Segment verbesserte sein Vorsteuerresultat maßgeblich wegen der Ergebnisperformance der MLP auf –5,6 Mio. Euro (2016: –22,4 Mio. Euro). Hierin enthalten sind –21,0 Mio. Euro Aufwand für strukturverbessernde Maßnahmen der Präzisrohrgruppe in Europa.

Preissteigerungen in allen Bereichen

Der Absatz des Geschäftsbereiches Handel blieb primär als Folge wegen des nur teilweise zufriedenstellenden internationalen Projektgeschäfts unter dem Vorjahresniveau. Die Preissteigerungen in allen Bereichen führten dennoch zu einem höheren Außenumsatz (3.229,9 Mio. Euro; 2016: 2.855,0 Mio. Euro). Der Kundenstamm der digitalen Handelsaktivitäten wurde im Berichtszeitraum kontinuierlich ausgeweitet. Nahezu 10 Prozent des Umsatzes des deutschen lagerhaltenden Handels wurden im Jahr 2017 über digitale Schnittstellen realisiert. Der Geschäftsbereich Handel erwirtschaftete 70,5 Mio. Euro Gewinn vor Steuern und übertraf so das bereits sehr vorzeigbare Resultat der Vergleichsperiode (2016: 45,2 Mio. Euro) signifikant. Der Außenumsatz des Geschäftsbereiches Technologie rangierte infolge der Zuwächse bei der DESMA Elastomer-Gruppe (KDE) sowie der DESMA Schuhmaschinen GmbH (KDS) mit 1.284,7 Mio. Euro auf dem Level des Vergleichszeitraumes (2016: 1.300,3 Mio. Euro). Die Division verbuchte 6,6 Mio. Euro Gewinn vor Steuern und knüpfte somit nicht an das Vorjahresniveau (2016: 28,4 Mio. Euro) an. Das Ergebnis beinhaltet –13,1 Mio. Euro Aufwendungen für strukturverbessernde Maßnahmen der KHS-Gruppe, die auch aufgrund des wettbewerbsbedingten Preisdrucks ein merklich geringeres Resultat auswies als ein Jahr zuvor. Sowohl die KDS wie auch die KDEGruppe steigerten die Vorsteuergewinne hingegen kräftig.

Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung verzeichnete einen im Vergleich zum Vorjahr stabilen Außenumsatz (198,0 Mio. Euro; 2016: 194,6 Mio. Euro). Der Gewinn vor Steuern stieg auf 42,2 Mio. Euro (2016: 36,3 Mio. Euro). Darin enthalten ist der Beitrag des Aurubis-Engagements in Höhe von 79,3 Mio. Euro (2016: 19,1 Mio. Euro) sowie der Vorsteuergewinn der nicht direkt einem Geschäftsbereich zugeordneten Konzernunternehmen. Stichtagsbezogene Bewertungseffekte von Devisen und Derivatepositionen wirkten gegenläufig. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 wird dem Aufsichtsrat anlässlich seiner nächsten Sitzung zur Billigung vorgelegt und am 16. März 2018 in vollständiger Fassung veröffentlicht.

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