Sara-Frenkel-Preis für Respekt, Toleranz und Zivilcourage

24. Oktober 2019
Namenspatronin Sara Frenkel-Bass (96) aus Antwerpen. Bewerbungen für den Preis sind online noch bis zum 28. Oktober möglich. Foto: Volkswagen AG
Wolfsburg. Am 8. November wird in Wolfsburg zum ersten Mal der Sara-Frenkel-Preis für Respekt, Toleranz und Zivilcourage verliehen. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung und die Berufsausbildung von Volkswagen sprechen mit dem Wettbewerb junge Bürger in Schulen, Gruppen und Vereinen in Wolfsburg und Umgebung an. Ausgezeichnet werden Initiativen und Ideen, die Respekt und Toleranz in der Gesellschaft stärken und Zivilcourage gegen Gewalt und Rassismus zeigen. Dies teilt der Volkswagen Newsroom mit.

Sara Frenkel-Bass überlebte Holocaust und Zwangsarbeit

Die Namens­patronin ist die heute 96-jährige Sara Frenkel-Bass. Die polnische Jüdin habe unter verdeckter Identität den Holocaust und zwei Jahre Zwangsarbeit bei der damaligen Volkswagenwerk GmbH überlebt. Der Sara-Frenkel-Preis sei mit insgesamt 3.000 Euro dotiert. Zwölf Juroren werden die eingereichten Projekte auswerten und über die Preisträger entscheiden. Schirmherr des Wettbewerbs sei Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Am Freitag, den 8. November werde der Sara-Frenkel-Preis zum ersten Mal in einer Feierstunde übergeben.

Im Einsatz für Frieden und Menschlichkeit

Sara Frenkel-Bass habe sich seit Jahrzehnten mit großem Engagement gegen das Vergessen und für Frieden und Menschlichkeit eingesetzt. Sie berichte jungen Menschen immer wieder, wie sie und ihre jüngere Schwester Lea als einzige ihrer Familie die Judenverfolgung im besetzten Polen und mehr als zwei Jahre Zwangs­arbeit im Deutschen Reich überlebt haben. Sie haben sich als katholische Krankenschwestern getarnt. Die Erinnerung an die Kinder der Zwangsarbeiterinnen, die aus rassistischen Motiven von ihren Müttern getrennt wurden und an Unterernährung und Verwahrlosung im „Ausländerkinderpflegeheim“ in Rühen starben, schmerze Sara Frenkel-Bass noch heute.

3.000 Euro Preisgeld

Sara Frenkel-Bass habe nach dem Krieg mit ihrem Mann Manfred Frenkel zunächst in Braunschweig gelebt, wo ihr Sohn Chaim zur Welt gekommen sei. Die junge Familie sei 1949 nach Israel emigriert und fünf Jahre später nach Europa zurückgekehrt. Seitdem lebe Sara Frenkel-Bass in Antwerpen (Belgien). Die aus Lublin (Polen) Stammende habe in Wolfsburg Spuren hinterlassen: Auf ihre Initiative habe die Stadt Wolfsburg 2012 eine Straße in der Nordstadt nach einem verstorbenen Zwangsarbeiterkind benannt: Sofia-Gladica-Weg. Zwei Jahre zuvor sei in der Wolfsburger Innenstadt das Denkmal für die Zwangsarbeiter an dem nach ihr benannten Sara-Frenkel-Platz enthüllt worden.

Online-Bewerbungen für den Sara-Frenkel-Preis seien noch bis Montag, den 28. Oktober unter http://www.volkswagen-respekt-toleranz.de möglich.

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