Sind die Sicherheitsanforderungen für Schacht Konrad veraltet?

14. November 2019
Die AG Schacht Konrad kritisiert: "Aus dem Atommüllprojekt Schacht Konrad darf deutlich mehr Radioaktivität austreten als aus einem Endlager für hochradioaktive Abfälle." Archivfoto: regionalHeute.de
Salzgitter. Aus dem Atommüllprojekt Schacht Konrad darf deutlich mehr Radioaktivität austreten als aus einem Endlager für hochradioaktive Abfälle. Das kritisiert die Arbeitsgemeinschaft (AG) Schacht Konrad in einer Pressemitteilung.

„Es ist ein Skandal, sich beim Atommülllager Konrad auf Vorschriften von 1983 zu berufen und so die Menschen in der Region auf sehr lange Zeit einer heute unzulässigen Strahlenbelastung auszusetzen. Die Vorschriften für Konrad werden 44 Jahre alt sein, falls das Lager 2027 tatsächlich in Betrieb gehen sollte. Das ist absurd und muss gestoppt werden“, fordert Ludwig Wasmus, Vorstandsmitglied der AG Schacht Konrad.

„Das Bundesumweltministerium weigert sich, die Sicherheitsanforderungen zu aktualisieren“

Nach derzeitiger Rechtslage dürften Einzelpersonen durch die radioaktiven Abfälle, die in Schacht Konrad eingelagert werden sollen, im Nachweiszeitraum mit einer effektiven Jahresdosis bis zu 300 Mikrosievert belastet werden. Langzeitsicherheitsberechnungen hätten ergeben, dass dieser Wert mit 260 Mikrosievert im Jahr fast ausgeschöpft werden würde. Im aktuell vorliegenden Entwurf für die Sicherheitsanforderungen an ein Endlager für hochradioaktive Abfälle werde festgelegt, dass Einzelpersonen im Nachweiszeitraum im Falle erwartbaren Entwicklungen nur mit 10 Mikrosievert pro Jahr belastet werden dürfen, also deutlich weniger. Das Bundesumweltministerium weigere sich aber explizit, auch die Sicherheitsanforderungen für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu aktualisieren, so die AG.

Die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad hat deshalb und wegen anderer kritikwürdiger Paragrafen im Entwurf der Sicherheitsanforderungen am heutigen Donnerstag eine ausführliche Stellungnahme dazu abgegeben. „Die Verordnung strotzt nur so vor unbestimmten Begriffen und versucht über die Einteilung von möglichen Entwicklungen über 1 Million Jahre in die Kategorien „zu erwartend“ und „abweichend“ die Anforderungen aus dem Standortauswahlgesetz wieder aufzuweichen, statt sie zu konkretisieren“, so Wasmus.

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