Spätfolgen des Krieges: Immer wieder Blindgängerfunde

24. April 2018 von
Für das Gebiet der Stadt Salzgitter existiere eine Kampfmittelbelastungskarte. Symbolbild: Robert Braumann
Salzgitter. Ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg hielt Braunschweig vor kurzem in Atem: Ein Blindgänger wurde bei Bauarbeiten gefunden und musste entschärft werden. Besteht auch in Salzgitter die Gefahr, dass Bomben unerkannt im Untergrund schlummern? regionalHeute.de fragte nach.

Wie Dr. Martin Neumann, Pressesprecher der Stadt, erklärt, sei das Stadtgebiet im zweiten Weltkrieg aufgrund niedergelassener Industrie häufiges Ziel alliierter Bomberverbände gewesen. „Diese Angriffe hatten nicht nur eine große Zerstörung zur Folge; vielmehr sind die Hinterlassenschaften dieser Angriffe noch heute gegenwärtig.“ Wie viele Objekte sich nach mehr als 70 Jahren noch im Boden befinden, könne niemand mit Gewissheit sagen. Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass sich noch Kampfmittel wie zum Beispiel auch Bomben im Erdreich befänden, so Dr. Neumann.

Verdachtsflächen werden untersucht

Für das Gebiet der Stadt Salzgitter existiere eine Kampfmittelbelastungskarte und im Zusammenhang mit neuen Baugebieten oder Baumaßnahmen werden die Verdachtsflächen im Vorfeld untersucht, beschreibt der Pressesprecher das Vorgehen. Daneben habe das Land Niedersachsen in der Vergangenheit auch einzelne Verdachtspunkte erforscht. So sei es auch auf dem Gebiet der Stadt Salzgitter vereinzelt zu Blindgängerfunden gekommen. „Im Sommer letzten Jahres wurde bei den Bauarbeiten an der A39 ein Blindgänger aufgefunden“, erinnert er sich. Dieser konnte vom Kampfmittelbeseitigungsdienst vor Ort entschärft und anschließend zur Vernichtung abtransportiert werden. Im Jahr 2014 wurde bei Bauarbeiten in deinem Industriegebiet ein Blindgänger entdeckt. Dieser konnte nicht entschärft werden und sei deshalb vor Ort vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gesprengt worden.

Ein vorheriger Fund stamme aus dem Jahr 2014, als man bei Bauarbeiten in einem Industriegebiet auf einen Blindgänger gestoßen ist. Dieser konnte hingegen nicht entschärft werden und wurde daher ebenfalls vom Kampfmittelbeseitigungsdienst vor Ort gesprengt. „Bei einer solchen Gefahrenlage, unabhängig ob entschärft oder gesprengt wird, wird eine Evakuierung der Bevölkerung in einem Umkreis von 1.000 Metern angeordnet“, beschreibt Dr. Neumann das Vorgehen. Erst wenn diese vollzogen sei, dürften entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

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