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Zwangseinweisungen: Jede Stadt tickt anders

3. Juli 2018 von
Eine eindeutige Tendenz in der Region ist nicht ablesbar. Die Zahlen in Braunschweig und Goslar sind im Vergleich am rückläufigsten. Symbolfoto: pixabay
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Region. Immer wieder müssen Menschen gegen ihren Willen in geschlossenen Einrichtungen untergebracht werden. Der Hintergrund ist in den meisten Fällen eine Selbst- oder Fremdgefährdung. Häufig liegt die Ursache bei den Betroffenen in Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie oder Ähnlichem.

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Vor diesem Hintergrund hat regionalHeute.de nachgefragt, wie oft es in unserer Region zu solchen Fällen kommt. Die Entwicklung in den vergangenen Jahren zeigen unterschiedliche Tendenzen.

In Salzgitter wurden im Jahr 2017 insgesamt 178 Zwangseinweisungen nach dem Niedersächsischen Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke (NPsychKG) durchgeführt. Im Jahr 2016 waren es hingegen nur 160. Im laufenden Jahr 2018 gab es bis zum 18. Juni bereits 89 Einweisungen von Personen. Dabei ist das Geschlechterverhältnis mit 43 Frauen und 46 Männern nahezu ausgeglichen. Das teilt die Stadt Salzgitter auf unsere Anfrage hin mit.

Sinkt die Zahl im laufenden Jahr?

Auch im Landkreis Peine ist, über die vergangenen Jahre betrachtet, eine leicht steigende Anzahl an Unterbringungen zu verzeichnen. Während es 2013 und 2014 nur 116, beziehungsweise 121 Einsätze gab, steigt die Zahl ab 2015 sprunghaft. 135 Fälle gab es je in 2015 und 2016, noch einen mehr in 2017. Im laufenden Jahr sind bis zum 19. Juni hingegen nur 55 Unterbringungen registriert, teilt der Landkreis Peine mit. Das könnte auf eine sinkende Gesamttendenz hindeuten, geht man von einer gleichbleibenden Entwicklung für den Rest des Jahres aus.

Der Landkreis Helmstedt teilt in Bezug auf das Thema folgende Daten mit: Im Jahr 2018 gibt es bis zum 19. Juni eine Gesamtzahl von 310 Einweisungen, wovon allerdings nur 93 Bewohner des Landkreises Helmstedt sind. Für die vergangen zwei Jahre sind es 571 (168) für 2017 beziehungsweise 496 (156) in 2016. Die Differenz der Gesamtzahlen zu den Einwohnern des Landkreises sei dadurch zu erklären, dass die Ordnungsbehörde die Zwangseinweisungen des im Landkreis befindlichen psychiatrischen Krankenhauses bearbeitet.

Positive Entwicklung ablesbar

Im Landkreis Gifhorn gebe es seit Jahren eine deutlich abnehmende Fallzahl. Während es im Jahr 2014 noch 350 Fälle gegeben hatte, waren es 2015 noch 287, im Jahr 2016 noch 229, 2017 nur noch 218. Im laufenden Jahr sind bislang 97 Fälle verzeichnet. Die Tendenz sei also weiter deutlich rückläufig, so der Landkreis.

Im Jahr 2017 wurden 304 Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger in eine der beiden versorgenden Kliniken auf Grundlage des Niedersächsischen Gesetzes über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke (NPsychKG) eingewiesen. Das berichtet die Stadt Braunschweig. 2013 waren es 581, 2014 noch 500, 2015 542, 2016 nur noch 384. Im Trend wäre es somit in den Vorjahren immer seltener notwendig, Braunschweiger Bürger nach NPsychKG einzuweisen.

Schulungen helfen Beteiligten

Die Anzahl der Einweisungen nach NPsychKG lag in Braunschweig bis 2015 im niedersachsenweiten Vergleich recht hoch. Im Herbst 2015 hat das Gesundheitsamt Schulungen und Qualifizierungsmaßnahmen für alle an dem Einweisungsverfahren nach dem Niedersächsischen Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke (NPsychKG) Beteiligten durchgeführt, mit sehr gutem Erfolg. Die Zahl der Einweisungen in 2016 und 2017 konnte deutlich gesenkt werden.

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